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AK Asyl Ditzingen Mitgliederversammlung 2018

Bild Mitgliederversammlung 2018Am 10.4.2018 trafen sich Ehrenamtliche des AK Asyl Ditzingen im evangelischen Gemeindehaus zur jährlichen Mitgliederversammlung. Im Mittelpunkt standen ein Rückblick auf die vielen Aktivitäten des vergangenen Jahres und ein Ausblick auf die geplanten Aktivitäten, sowie der Rechenschaftsbericht.

Die Versammlung bestätigte die neu berufenen Ansprechpartner einiger Gruppen: Gisela Hänzka – Welcome Cafe, Monika Zini – Alltagsbegleitung, Herbert Kühn – Lernbegleitung, Traugott Plieninger – Soziale Teilhabe. Zur Vorsitzenden wurde Ingrid Hermens gewählt, zum Stellvertreter Herbert Kühn. Zum Abschluss blieb noch ausreichend Zeit zum Austausch über unsere Erfahrungen und Eindrücke aus dem Engagement.

Wir bedanken uns auch auf diesem Wege bei allen aktiven und ausgeschiedenen Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz.
Wenn Sie Interesse und Lust haben, sich gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Geflüchteten für deren Belange zu engagieren, würden wir uns freuen. Näheres erfahren Sie auf unserer Homepage www.ak-asyl-ditzingen.de. Zu Terminvereinbarungen für persönliche Gesprächen melden Sie sich bitte per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. IH

„Flüchten und ankommen“ – eine bedrückend beeindruckende Stunde von und mit mutigen Menschen


Bild TheaterveranstaltungAm 16.3. zeigten in der Region Stuttgart lebende Geflüchtete unter Anleitung und Mitwirkung von DialogTheater e.V. Szenen aus ihrem Leben in der Heimat, auf der Flucht und in Deutschland. Menschen aus allen Krisenregionen standen auf der Bühne – Palästina, Syrien, Afghanistan, … Nicht Sprache und Kultur, sondern das gleiche Schicksal führte sie zusammen.


„Tanzen wir – das lässt vergessen!“ So beginnt die Aufführung. Aber Repressalien und Übergriffe durch Polizei und Militär lassen sich nicht verdrängen. Unrecht, Verhaftungen, Gefängnis, Folter – das ist kein Leben mehr. Da ist keine Zukunft. Flüchten braucht viel Mut, doch die Kinder sollen eine Zukunft haben. Deutschland soll sehr schön sein. Dort ist es sicher! Dort kann man gut leben! Aber der Weg ist gezeichnet von Gefahren und Entbehrungen und von Schleppern, die Geld erpressen für eine lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer. Hilf-loses Warten in türkischen oder griechischen Flüchtlingscamps, hoffen auf Politiker, die nicht nur von Menschenrechten reden.
Angekommen – Deutschland ist schön, so schön. Freiheit, leben ohne Angst! Alle Menschen sind hier gleich! Aber warum werden wir so misstrauisch gemustert, finden keine Wohnung, keine Arbeit? Warum werden wir so oft von der Polizei kontrolliert? Ist „orientalisches Aussehen“ ein Makel? Dennoch zeigen die Geflüchteten, dass sie in der deutschen Gesellschaft ankommen wollen, dass sie verantwortungsbewusste Mitglieder dieser Gesellschaft werden möchten. „Tanzen wir – das lässt vergessen!“
Nein, diese Laienschauspieler/innen wollen nicht vergessen, sondern zeigen, welche Leiden sie geprägt haben. Dazu gehört Mut. Aber die schlimmsten Erfahrungen verschweigen sie auf der Bühne. Nur im privaten Gespräch nach der Aufführung ist z.B. zu erfahren, wie ein Elternpaar mit seinen Kindern im volllaufenden Flüchtlingsboot beschließt, gemeinsam zu ertrinken, wenn es schon keine gemeinsame Zukunft gibt. Kurz bevor sie eine weitere kleine Meldung deutscher Medien über Ertrunkene im Mittelmeer wurden, zeigte sich Rettung am Horizont.
Alle im Saal sind tief beeindruckt. Die Ältesten erinnern sich an Erlebnisse ihrer Kindheit, als in Deutschland Menschenrechte durch Diktatur und Terror niedergetreten wurden. Und auch den Jüngeren wird deutlich bewusst, dass Frieden, Freiheit und Rechtsstaat nicht selbstverständlich sind.


Die Mitglieder des Ditzinger Arbeitskreises Asyl bedanken sich ausdrücklich bei der Theatergruppe, bei Herrn Müller von DialogTheater e.V., bei Herrn Dekan Zimmermann, der den evangelischen Gemeindesaal für die Aufführung zu Verfügung gestellt hatte, und bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen und die mitfühlende Unterstützung.

Herbert Kühn, Arbeitskreis Asyl Ditzingen

Begegnungsfest des AK Asyl Ditzingen mit unseren geflüchteten Neubürgern

Begegnungsfest Bild1Am 28. Oktober 2017 veranstaltete der AK Asyl Ditzingen im Evangelischen Gemeindehaus von Ditzingen ein Be-gegnungsfest mit etwa 120 geflüchteten Neubürgern und ehrenamtlichen Helfern. Menschen von sehr unterschiedlicher Herkunft und Prägung feierten gemeinsam ein fröhliches und friedliches Fest.
Dabei war der Arbeitskreis von dem Gedanken geleitet, dass ein Stück Heimat und Geborgenheit entsteht, wo Menschen zu einem gemeinsamen Essen zusammen kommen. Er griff damit eine Tradition der Heimatländer und Gesellschaften unserer Geflüchteten auf, in denen gemeinsames Essen ein zentrales und verbindendes Element darstellt, das Freundschaft stiftet und das gegenseitige Vertrauen stärkt.

Begegnungsfest Bild2Unsere Geflüchteten zauberten ein großartiges Buffet herbei mit vielen orientalischen Spezialitäten und kulinarischen Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern. Es zeigte sich, wie ein großzügiges Bewirten von Freunden nicht nur Gaumenfreuden wecken, sondern auch die Herzen der Menschen öffnen kann.
Die zahlreichen Kinder konnten sich unter fachkundiger An-leitung schminken lassen, Bilder malen, sich bei Spielen aller Art vergnügen oder im separaten Vorleseraum spannenden Geschichten lauschen.
Das Fest sollte auch ein kleines Zeichen setzten gegen den wachsenden Nationalismus überall in der Welt, der vor allem Ängste vor fremden Menschen und Kulturen verbreiten will. Dieses Fest war ein Beleg dafür, wie das gegenseitige Ken-nenlernen anderer Menschen und Kulturen den eigenen Horizont erweitern, unsere Gesellschaft liebenswerter machen und unser Leben bereichern kann.
Dass die Integration unserer Geflüchteten gelingen kann und es sich bei ihnen um liebenswerte und sympathische Neubürger handelt, zeigten ihre zahlreichen und berührenden Dankesworte in deutscher Sprache für die erfahrene Hilfe und Unterstützung durch die Helfer des Arbeitskreises.

Begegnungsfest Bild3In einer Zeit, in der jeden Monat etwa 35 neue Flüchtlinge nach Ditzingen kommen, sind intensive Anstrengungen um eine gelingende Integration nötig. Dies stellt die Stadt und ihre hauptamtlichen Sozialarbeiter vor große Herausforderungen. Aber auch nicht weniger die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises, die sich seit 2015 engagieren, um den Neubürgern unserer Stadt ein freundliches Gesicht von Deutschland zu vermitteln. Die Bewältigung dieser Herausforderung kann nur gelingen, wenn sie von allen gesellschaftlichen Kräften unserer Stadt als eine gemeinsame Aufgabe erkannt wird. Deshalb freut sich der Arbeitskreis besonders, dass neulich alle Fraktionen des Gemeinderats die Initiative zur Erweiterung des Familienpasses für Geflüchteten in einem einstimmigen Votum unterstützt haben.
Herr OB Makurath beehrte unser Fest mit seinen Besuch und überbrachte in einem Grußwort den Dank und die Anerkennung der Stadt für die vom Arbeitskreis geleistete Hilfe. Angesichts der derzeit großen Zahl von Zuweisungen neuer Geflüchteter bemühe sich die Stadt nach Kräften, die Menschen gut unterzubringen. Er bat aber auch um Verständnis, dass nicht immer optimale Lösungen zur Verfügung gestellt werden könnten.
Ein großer Dank gebührt Herrn Dekan Zimmermann und der Evangelischen Kirchengemeinde Ditzingens, die dem Arbeitskreis für dieses Fest ihr Gemeindehaus zur Verfügung gestellt haben. Ein Dank gilt auch den fleißigen Schülerinnen und Schülern, die uns bei der Kinderbetreuung und Bewirtung geholfen haben. Ein herzliches Dankeschön richten möchten wir auch an Herrn Matkovic vom Edeka-Center für seine großzügige Spende an Getränken und Süßigkeiten und der Gärtnerei Räuchle für den üppigen Blumenschmuck.

 

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Welcome Café im Mai mit vielen herzlichen Begegnungen und nützlichen Gesprächen

Am ersten Freitagnachmittag im Mai hatte der Arbeitskreis Asyl Ditzingen zu seinem Welcome Café im Treffpunkt Adler geladen. Gekommen waren wieder viele Flüchtlingsfamilien zum Austausch bei Kaffee und Kuchen, Saft und Laugenbrezeln. Hier konnten Alltagssorgen und Trauer um die verlorene Heimat für ein paar Stunden ein wenig in den Hintergrund rücken. Kinder konnten sich an einem Spieltisch vergnügen. Dabei war auch eine neu in Ditzingen angekommene Flüchtlingsfamilie, die von unseren ehrenamtlichen Helfern herzlich begrüßt und erste wichtige Informationen und Unterstützungsangebote zum Alltagsleben erhielten.

Inzwischen bringen sich immer mehr der geflüchteten Neubürger selbst aktiv in die Flüchtlingshilfe ein. So beschenkte eine Frau aus dem Irak das Welcome Café mit selbstgebackenem leckerem Kuchen und köstlichem Gebäck (siehe Foto).

Ein junger Syrer, der bereits sehr gute Deutschkenntnisse erworben hat und hier in Kürze sein Studium der Betriebswirtschaft fortsetzen möchte, verabredete sich im Welcome Café mit einem Lehrer der Theodor-Heuglin-Schule, um über ein Unterstützungsprojekt von Schülern mit Migrationshintergrund zu beraten. Hintergrund ist ein immer prekärer werdender Lehrermangel in den eigens für Flüchtlingskinder eingerichteten Vorbereitungsklassen, die sie auf den Wechsel in den Regelunterricht vorbereiten soll. Aber fehlende Lehrer und dadurch immer größer werdende Klassen erzwingen diese Wechsel oft viel zu früh und können bei den betroffenen Flüchtlingskindern aufgrund noch unzureichender Sprachkenntnisse zu Überforderung und Frustration führen.

Ein herzlicher Dank gilt erneut der Bäckerei Diefenbach, die uns wieder großzügig Brezeln gespendet hat.

In unserer so reichen deutschen Gesellschaft aber führt ein nachlassendes Mitgefühl zu schwindender Hilfsbereitschaft. Wir scheinen vergessen zu haben, dass Menschen in der gesamten Menschheitsgeschichte gewandert sind, um anderswo einer Not zu entkommen und ihr Überleben zu sichern. Schon die Bibel erzählt sehr viele Flucht- und Asylgeschichten, die nicht nur Christen berühren dürften. Speziell uns Europäern müsste dieses Elend nahegehen. Denn unsere koloniale und imperialistische Vergangenheit mit rassistischen Verfolgungen, Holocaust oder zwei von Deutschland ausgegangenen Weltkriegen haben Millionen von Mitbürgern in ferne Länder vetrieben. Außerdem werden wohl viele von uns ihr Leben dem Umstand verdanken, dass ihre Vorfahren irgendwann in einer neuen Heimat Aufnahme gefunden haben. - wogae

14-tägige Sprechstunde zum Thema Arbeit & Beschäftigung

Hilfe bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsstellen

Arbeit und BeschaeftigungAm Dienstag, 14.3.2017 hat sich die Arbeitsgruppe Arbeit & Beschäftigung des AK Asyl Ditzingen zu Ihrer regelmäßigen Teambesprechung unter Leitung von Dr. Reiner Schütz getroffen. Er führt diese Gruppe schon seit nahezu 2 Jahren mit großer Expertise durch die vielen Untiefen des deutschen Arbeitsrechts für Migranten und begleitet zusammen mit seinem Team mit viel Geduld und Ausdauer Geflüchtete auf dem Weg in eine Ausbildung oder reguläre Beschäftigung.
Die Arbeitsgruppe unterstützt auch insbesondere kleinere Firmen bei der Anstellung von Geflüchteten und hilft ihnen durch das Dickicht von zu erledigenden Formalitäten hindurch.
Wenn Geflüchtete noch keine Arbeitserlaubnis oder nur geringe Sprachkenntnisse besitzen, so können sie in Arbeitsgelegenheiten vermittelt werden. Gegen ein Taschengeld können sie dort erste Arbeitserfahrungen in unterschiedlichsten Tätigkeiten sammeln und im Kontakt mit deutschsprachigen Kollegen ihre Sprachkenntnisse für den Alltagsgebrauch erweitern.
Spätestens wenn eine Arbeitserlaubnis vorliegt heißt es, einen Lebenslauf zu verfassen, der neben den persönlichen Daten alle wichtigen Informationen zur beruflichen Qualifikation enthalten sollte. Das Bewerbungsschreiben sollte die persönliche Motivation zu einer Bewerbung und besondere fachliche und soziale Fähigkeiten so präsentieren, dass sie das Interesse des potentiellen Arbeitgebers wecken.
Dabei hilft das Team den Geflüchteten mit Rat und Tat und achtet mit darauf, dass in den Dokumenten keine wichtigen Daten fehlen. Genauso wichtig ist, dass die Schreiben frei von Rechtschreibfehlern und auf einem sauberen und knitterfreien Blatt Papier abgefasst sind.
Am vergangenen Dienstag meldete sich beispielsweise ein Geflüchteter, der in seinem Heimatland bereits auf dem Bau gearbeitet hat und nun eine Stelle in diesem Bereich sucht. Hier bekam er den Rat, sich zuerst im Jobcenter als Arbeitsuchender registrieren zu lassen und einen Beratungs- und Vermittlungstermin zu vereinbaren. Für die Begleitung zum Amt stellt sich eine Begleitperson aus dem Team zur Verfügung.
Ein anderer Neumitbürger berichte, dass er in seinem Heimatland ein BWL-Studium absolviert hatte und danach dort im Bankenwesen tätig war. Nun möchte er seine Ausbildung mit einem Masterstudiengang abschließen. Zurzeit verdiene er seinen Lebensunterhalt mit einer Vollzeitstelle in einem Logistikzentrum. Hier bekam er wertvolle Tipps für die Suche einer geeigneten Praktikumsstelle, um die für ihn passende Fachrichtung seines Aufbaustudiums herauszufinden und sich bestmöglich darauf vorzubereiten.
In manchen Fällen musste die Arbeitsgruppe allerdings auch helfen, die Wünsche und Hoffnungen der Geflüchteten mit ihren reellen Chancen und Möglichkeiten in Einklang zu bringen. So können beispielsweise noch unzureichende Sprachkenntnisse auch manchmal Umwege und Durststrecken notwendig machen.
Die letzten Treffen der Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass unter den Geflüchteten sowohl der Wunsch nach Arbeit als auch der Unterstützungsbedarf auf dem Weg dorthin enorm ist. Deshalb hat sich die Arbeitsgruppe entschieden, ab sofort jeden 2. und 4. Dienstag im Monat im Büro des AK Asyl Ditzingen in der Gerlingerstraße 35 jeweils ab 19 Uhr Sprechstunden für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung und Beschäftigung abzuhalten. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Unterstützung ist es erwünscht, dass sich die Geflüchteten frühzeitig unter folgender E-Mailadresse zur Beratung anmelden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. - wogae